Der Frühling kam wie immer sehr erwartet, aber trotzdem überraschend. Er kam mit der Flut im Garten und auf den Wiesen, kam mit den tausenden Gänse, deren Stimmen die frische Nachtluft bis zur Terrasse trug und die Seele mit einer aufblühenden Lebenslust, sowohl auch unbeschreiblichen Sehnsucht nach irgendetwas Weitem und Abenteuerlichem erfüllt haben.
Danach ging alles schneller als man es begreifen konnte: der Rasen wurde grün und füllte sich mit Krokussen, dann waren sie schon wieder weg und die Beete voller Tulpen und Narzissen. Die Tage, obwohl immer länger, reichten nicht aus, um alles Notwendige zu erledigen: das Land umzugraben, Mist zu verteilen, Unkraut zu jäten, zu düngen, sähen und bepflanzen, die ersten Gartenparties zu feiern...
Und bevor alles erledigt war, kam Jasper zur Welt. Kam wie der Frühling selbst - 6 Tage vor dem Termin etwas überraschend, aber schnell und freudig, jung und frisch und süss. Ein paar Tage später waren wir wieder zu Hause. Lissi war von ihrem kleinen Bruder begeistert. Sie sprach ständig über das Baby, wollte es immer wieder küssen und streicheln, seine winzig kleinen Hände halten. Sie musste unbedingt dabei sein und mithelfen, wenn die Windeln gewechselt wurden und befiel mir, das Baby in den Schoss zu nehmen, wenn es weinte. Brustmilch wurde als Lösung zu allen Situationen empfohlen.
Jetzt steht der Kinderwagen mit dem schlafenden Jasper unter der weissen Blütenpracht der Faulbäume und Lissi hilft mir, die Zwiebeln in die Beete zu setzen. Sie ist mir schon eine unglaublich grosse Hilfe, Papas kleiner Helfer muss erstmal noch Kräfte sammeln...
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